Ist das das Ende? Teil 2

Letzten Freitag ist eine Bombe mit großer Wirkung geplatzt! Grund zur Panik? Nein, aber dennoch müssen Sie entscheiden, was Sie tun möchten!!

Am Freitag gab die Börse Frankfurt in einem Rundschreiben bekannt, dass am 28. September 2018 der Handel mit Aktien, die auch nur im entferntesten Sinne etwas mit Cannabis zu tun haben, eingestellt wird. Als Grund dafür wird angegeben, dass der Handel dieser Aktien gegen Luxemburger Recht verstößt. Der Abwickler, Clearstream, mit Sitz in Luxemburg, eine Tochter der Deutschen Börse AG, wird diese Aktien ab diesem Zeitpunkt nicht mehr “abwickeln”.

Als “Abwicklung” bezeichnet man den Vorgang der Übertragung von ausländischen Wertpapieren in das deutsche Handelssystem. Da auch alle Regionalbörsen Clearstream als Abwickler verwenden, sind sämtliche Bösen davon  betroffen!

Einer der größten Finanzplätze der Welt begibt sich in Geiselhaft einer ausländischen Behörde! Ist dies zu fassen! 10.000e Anleger werden gezwungen legale Investments aufzugeben! Wo bleibt der Aufschrei der Aktionäre!

Im bullVestor Universum haben wir eine Aktien mit Verbindung zu Cannabis empfohlen.

  • Aurora Cannabis
  • Marapharm Ventures
  • SpeakEasy Cannabis Club
  • Veritas Pharma
  • Ravenquest
  • PUF Venures
  • Friday Night

Explizit möchte ich auf 3 Titel eingehen, die die größte Prominenz in Deutschland/Österreich/Schweiz genießen!

In der Frankfurter Allgemeinen steht zwar, dass Cannabis Pharma Unternehmen nicht betroffen sind aber dies stimmt glaube ich nicht, denn GW Pharma ist auf dieser Liste und GW hat sogar kürzlich die Zulassung für ihr Cannabis Medikament in USA bekommen! Auch Veritas steht auf dieser Liste – auch Veritas ist ein Pharma Unternehmen, dass ist “Schmerzmittel Markt auf Cannabis punkten will. Ich weiß ehrlich jetzt nicht was stimmt und deshalb bin ich mir NOCH unschlüssig was zu tun ist.

SpeakEasy – die Ankündigung den Handel in Deutschland einzustellen ist glasklar dafür verantwortlich, dass der Kurs der Aktie so empfindlich nachgegeben hast. Die Verkäufer aus Deutschland waren mehr als die Nachfrage in Kanada. Für mich ist die Aktie ein klarer Kauf auf diesem Niveau aber ich werde ihnen nicht raten dies zu tun. Ich muss zuerst rausfinden ob die Verwahrstelle bei einem kauf an der kanadischen CSE zu 100% sicher auch NICHT Clearstream heißt. Ist das so, was sich hoffentlich in den nächsten Tagen herausstellen wird, dann würde ich die Aktie unbedingt in Kanada kaufen, auch wenn dies mit Mehrkosten verbunden ist.

Marapharm – laut Vermutungen von dem Unternehmen nahe stehenden Personen hat sich ein Großaktionär und Gründer des Unternehmens in den letzten Wochen von seiner Position getrennt. Dies leitete einen desaströsen Kursverlauf ein. Dieser Effekt wird nun noch durch die Clearstream Affäre verstärkt. Der Börsenwert beträgt gerade noch einmal 33 Mio CAD – und das bei einem Unternehmen, dass in den letzten beiden Jahren über 20 Mio. investiert hat, zahlreiche Lizenzen verfügt, ein Cannabis Geschäft besitzt und mit einer Produktionsstätte in Washington in Produktion gegangen ist – die zweite in las Vegas sollte in ein paar Tagen folgen – vielleicht noch diese Woche! Auch hier ist die Aktie ein klarer Kauf auf diesem Niveau aber ich werde ihnen NICHT raten dies zu tun. Ich muss zuerst rausfinden ob die Verwahrstelle bei einem Kauf an der kanadischen CSE über einem deutschen Broker zu 100% sicher auch NICHT Clearstream heißt. Ist das so, was sich hoffentlich in den nächsten Tagen herausstellen wird, dann würde ich die Aktie unbedingt in Kanada kaufen, auch wenn dies mit Mehrkosten verbunden ist. Zusätzlich muss die Aktie einen Boden finden, was sicherlich noch ein paar Tage dauern wird.

Meine Meinung:

Die Deutsche Börse AG begibt sich widerspruchslos in Geiselhaft ihrer eigenen Tochter und akzeptiert diese Entscheidung einfach, obwohl die betroffenen Börsen in Deutschland liegen, wo die Einnahme von medizinischem Cannabis erlaubt – also gesetzeskonform ist.  Man stimmt einer Zwangsenteignung von Tausenden, wenn nicht Zehntausenden Aktionären zu.

Betroffen von dieser Direktive sind nicht nur “kleine Quetschen” mit Börsenwerten um oder unter 100 Mio. Euro, sondern auch echte Schwergewichte wie Canopy, Aphira, Aurora, Emblem. Auch eine GW Pharma und eine Zynerba sollen ab Ende September nicht mehr handelbar sein!

GW Pharma und Zynerba forschen sehr erfolgreich an verschreibungspflichtigen Medikamenten auf Cannabis-Basis. Würde man die Gesetzgebung in Luxemburg ernst nehmen, dann dürfte wohl keine einzige Pharma-Firma, die auf Opium basierende Schmerzmittel vertreibt, an deutschen Börsen gehandelt werden. Es müssten auch sämtliche Glücksspielkonzerne, die Automatenglücksspiel im Programm haben, von der Abwicklung ausgeschlossen werden, denn Automatenglücksspiel ist in Luxemburg seit 40 Jahren verboten! Auch die Uber-Aktie müsste sofort delistet werden, da sie gegen Luxemburger Recht verstößt! Ich denke, es gibt noch mehr Beispiele…

Für mich ist diese Regelung eine echte Farce, die dem unausgelasteten Gehirn eines Bürohengstes entsprungen ist. Für mein Rechtsverständnis ist es lediglich wichtig, dass die Aktie mit der Heimatbörse konform ist! Die “Abwicklung” einer Aktie fördert nicht den Gesetzesverstoß in Luxemburg, da Cannabis in Luxemburg weder importiert noch vertrieben wird.

Alle Parteien in Luxemburg sind für eine Freigabe von Marihuana für medizinische Zwecke:

Parteien sind offen für Legalisierung von Cannabis

Laut einer rezenten Umfrage wünschen sich 56 Prozent der Luxemburger eine komplette Legalisierung des Cannabis – nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch als Freizeitdroge.

Natürlich sind Meinungen von Politikern und der Bevölkerung keine Gesetze aber würde man es so streng nehmen, wie man es jetzt tun, dann hat Clearstream über Jahre Aktien abgewickelt, die man nicht abwickeln gedurft hätte und dadurch wahrscheinlich Millionen an Gewinne eingefahren hat – “Drogengeld”.

Aber ich glaube, dass der Käse noch nicht gegessen ist, denn es regt sich Widerstand bei den Wertpapier-Handelsbanken und auch die Anleger werden Sturm laufen!

Was ist nun für die bestehenden Aktionäre von Cannabis-Firmen zu tun?

Auch wenn “Ihr” Unternehmen nicht auf der veröffentlichten Liste steht, ist dies kein Freibrief. Diese Firma wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch “nachnominiert” – dies gilt auch für ETFs.

Sie müssen jetzt herausfinden, ob ihr Online-Broker bzw. Ihre Bank den Handel an der Heimatbörse des Unternehmens anbietet. Ist dies so, dann besteht die Möglichkeit der Umbuchung Ihrer Position an die Heimatbörse (TSX, TSX Venture, CSE, NASDAQ, ASX oder LSE). Dies wird zwar mit Kosten verbunden sein, aber Sie können die Aktie nach Ablauf der Frist weiter handeln. Ob dies wirtschaftlich ist, müssen Sie selbst herausfinden, denn es wird von der Größe ihrer Aktienposition abhängen, sollte aber in der Regel der Fall sein.

Ist mit Ihrem Broker an der betroffenen Börse KEIN Handel möglich, haben Sie zwei Möglichkeiten: Sie suchen sich einen neuen Broker, der den Handel mit besagten Börsen anbietet. Bitte schreiben Sie mir keine Emails mit Fragen, welche Broker das sind und über die Kosten – ich weiß es schlicht und ergreifend nicht. Ich weiß nur, dass die “Old Fashinoned” Raiffeisen in Österreich dies anbietet.

Wollen Sie Ihren Broker nicht wechseln und bietet Ihr Broker keinen Handel an den Heimatbörsen an, dann brauchen Sie auch nicht sofort zu handeln, denn der Stichtag für ein Delisting ist der 28. September – also noch genug Zeit um zu reagieren. Es ist nicht gesagt, dass diese Regelung nicht noch einmal gekippt wird.

Ich werde Sie über Entwicklungen auf dem Laufenden halten!

Ihr

Helmut Pollinger

Haftungsausschluss + Interessenskonflikt

Laut §34b Wertpapierhandelsgesetz (Deutschland) und gemäß § 48f Abs. 5 BörseG (Österreich) möchten wir darauf hinweisen, dass Mitarbeiter, Autoren, Auftraggeber sowie nahestehende Personen oben genannte Aktien halten und somit ein Interessenskonflikt besteht. Achtung: Dieser Börsenbrief stellt nur die persönliche Meinung von Helmut Pollinger dar und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Ein weiterer Interessenskonflikt ist auch dahingegeben, da die beschriebenen Unternehmen direkt oder indirekt auch Kunden der bullVestor Medien GmbH sind, waren oder in Zukunft sein werden. Der Artikel unterliegt dem geistigen Eigentum des Autors bzw. des Verlages. Die Weitergabe bzw. die Veröffentlichung an Dritte (auch auszugsweise) ist ohne unsere Zustimmung nicht gestattet. Der bullVestor Börsenbrief, die kostenfreie blueEdition als auch die kostenpflichtige blackEdition, dient ausschließlich zu Informationszwecken. Alle Informationen und Daten in den Veröffentlichungen stammen aus Quellen, die bullVestor zum Zeitpunkt der Erstellung für zuverlässig und vertrauenswürdig hält. Trotzdem übernehmen wir keine Gewähr für Richtigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit und Angemessenheit der dargestellten Sachverhalte. Die Aussagen und Meinungen von bullVestor stellen keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Kurszielberechnungen erfolgen im „best case szenario“.  Äußerungen von uns wie “KAUFEN”, STRONG BUY” oder Ähnlichem stellen lediglich unsere Meinung dar. Eine Investition in Wertpapiere, insbesondere mit geringer Liquidität sowie niedriger Börsenkapitalisierung, ist spekulativ und stellt ein sehr hohes Risiko dar. Aufgrund des spekulativen Charakters der dargestellten Unternehmen, ist es durchaus möglich, dass bei Investitionen Kapitalminderungen, bis hin zum Totalverlust, eintreten können. bullVestor ist nicht verantwortlich für Konsequenzen, speziell für Verluste, welche durch die Verwendung oder die Unterlassung der Verwendung aus den in den Veröffentlichungen enthaltenen Ansichten und Rückschlüsse folgen bzw. folgen könnten. bullVestor übernimmt keine Garantie dafür, dass der erwartete Gewinn oder die genannten Kursziele erreicht werden. Herausgeber und Mitarbeiter von bullVestor sind keine professionellen Investitionsberater. Aus vorangegangenen Kursgewinnen kann und darf nicht auf zukünftige Kursgewinne geschlossen werden. Die Nutzung des Mediums ist nur für den privaten Eigenbedarf vorgesehen. Eine professionelle Verwertung ist entgeltpflichtig. Unser Online-Service (blueEdition, blackEdition) steht im Einklang mit geltendem österreichischen Recht. Gerichtsstand: St. Pölten.

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